Eine Zusammenfassung

 

Auf der Suche nach Ideen, wie Unternehmen ermutigt werden können, ihre Türen zu öffnen und Hemmschwellen gegenüber Menschen mit Behinderung zu überwinden, bat die CHARTA Forumsmitglieder und Interessierte auf www.omanet.ch in den letzten Wochen um Unterstützung. Was hat sich durch die "Weisheit der Vielen" ergeben?

 

Zum Thema "Barrierefrei in den Arbeitsmarkt" wurde im CHARTA-Forum seit Anfang Oktober 2011 anhand von fünf Fragestellungen diskutiert. Die Zahl der Beiträge und Aufrufe zeigten klar: Die Inhalte fanden unterschiedlich Beachtung. Die Zusammenfassung der Forumsbeiträge fokussiert sich nachfolgend auf drei Fragestellungen, da die Themenfelder "Chancengleichheit als Unternehmenskultur" und "Akzeptanz und Toleranz im Team" auf wenig Interesse stiessen.

 

Der Tenor in der Diskussion über "Behinderung... ein Wort bedarf der Reform" war eindeutig: Nicht eine Wortneuschöpfung könne die Überwindung der Barrieren ermöglichen, sondern die grundlegende Änderung des Bewusstseins gegenüber "Menschen mit besonderen Bedürfnissen", wie sich ein Forumsmitglied äusserte. Die Feststellung, dass alle "in unterschiedlichen Lebensbereichen unterschiedlich stark behindert" seien, bringt es auf den Punkt: Der Begriff "behindert" sei derart ungenau und mit (meist negativen) Vorurteilen belegt, dass er keine Basis für Lösungsstrategien darstellen könne.

 

Weitaus interessanter schien für die Forumsbesucher das Thema "Hemmschwellen und Berühungsängste überwinden". Vorschläge, wie das Organisieren von Begegnungsmöglichkeiten zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen, zeigten auf, was notwendig scheint: eine klare und offene Kommunikation im Umgang mit Menschen mit Behinderung, damit "eine Begegnung auf Augenhöhe stattfinden kann". Nicht selten resultiere der Vorbehalt bei der Rekrutierung von Menschen mit Behinderung auch aus der Angst von Arbeitgebenden heraus, das Arbeitsverhältnis gegebenenfalls nur schwer oder gar nicht mehr auflösen zu können.

 

Die meisten Besucher des CHARTA-Forums widmeten sich der "Kosten-Nutzen-Frage". Dabei stand das provokante Thema, ob sich die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung für Arbeitgebende überhaupt lohnen kann, im Mittelpunkt. Den eigenen Nutzwert besser herauszustreichen, d.h. als Stellensuchende/r mit Einschränkung ausgeprägt Selbstmarketing zu betreiben, wurde als Vorschlag genannt. Auch in diesem Kontext wurde auf die Bedeutung der geeigneten Kommunikation im Umgang mit Menschen mit Behinderung hingewiesen. Der Nutzen, den Unternehmen aus der Beschäftigung von Menschen mit Beeinträchtigungen ziehen können, bestehe darin, Vertrauen schaffende Zeichen zu setzen: Nach innen durch eine rücksichtsvollere Gesprächskultur und Steigerung "der sozialen Intelligenz im Team", nach aussen durch das Wahrnehmen der gesellschaftlichen Verantwortung. "Beides resultiert in Treue", so das entsprechende Fazit. "Dass sich die (Re-)Integration von Menschen mit Beeinträchtigungen rechne", stellt ein weiterer Beitrag heraus, "es fragt sich eben nur, welcher Massstab angesetzt wird". Dabei müsse die Diskussion im "grösseren Ganzen der wirtschaftlichen/gesellschaftlichen Gesamtverantwortung" geführt werden.

 

Das CHARTA-Forum auf www.omanet.ch ist weiterhin abrufbar. Für neue Beiträge wurde das Forum Ende Februar 2012 geschlossen.

 

Die CHARTA dankt allen, die es ermöglicht und mitdiskutiert haben.

 

Hier finden Sie die Zusammenfassung als pdf-Datei.